Schulfach/ Zehnfingersystem

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Andere deutschsprachige Webseiten, die das Zehn-Finger-Schreiben oder Tastschreiben als Hauptthema behandeln, sind:

Zehn-Finger-Schreiben? Tastschreiben? Keyboarding?

Das professionelle Tippen mit allen Fingern auf der Schreibmaschine (früher) oder der Computer-Tastatur (heute) wird umgangssprachlich meist als Zehn-Finger-Schreiben bezeichnet - obwohl nur acht Finger und ein Daumen benutzt werden. Der Begriff "Blindschreiben" sollte nicht verwendet werden um eine mögliche Diskriminierung zu vermeiden. Der Begriff "Maschinenschreiben" ist obsolet.

Der Begriff Tastschreiben (engl. touch typing) wird im schulischen Bereich verwendet. Schon zur Zeit der Schreibmaschine sollte im Unterricht begrifflich betont werden, dass nicht mit zwei Fingern getippt wird ("Adlerkreisen", "Zwei-Finger-Suchsystem", engl. "hunt & peck"), sondern mit allen Fingern geschrieben wird ohne dabei auf das Tastenfeld zu sehen.

Wenn in Deutschland das Wort "Keyboard" verwendet wird, denkt man zuerst an ein Musikinstrument. Aber in England, den USA, Kanada, Australien usw. denkt man bei keyboard zuerst an eine Computer-Tastatur. Und das Tippen/Schreiben auf der Computer-Tastatur heißt dementsprechend to keyboard bzw. keyboarding. Außerdem wird ein Schulfach in den Grundschulen aller englischsprachigen Länder mit Keyboarding bezeichnet.

Tastschreiben an deutschen Schulen

Bayern: Das 10-Finger-Tastschreiben (so die amtliche Bezeichnung in Bayern) wird in den Realschulen innerhalb des Schulfaches "Informationstechnologie" wahlweise ab der 5. oder 6. Jahrgangsstufe unterrichtet, in den Wirtschaftsschulen ab der Eingangsklasse innerhalb des Schulfaches "Textverarbeitung". In den Haupt-/Mittelschulen gibt es das 10-Finger-Tastschreiben innerhalb des "Kommunikationstechnischen Bereichs", ebenfalls wahlweise ab der 5. oder 6. Jahrgangsstufe. Im Lehrplan für das bayerische Gymnasium ist Tastschreiben nicht vorgesehen; hier werden gerne entsprechende Wahlkurse (also freiwillig) zusätzlich zu den Pflichtstunden angeboten.

Andere Bundesländer demnächst!

Fachlehrer/-in für Textverarbeitung

Unterrichtet wird das Schulfach "Textverarbeitung", oder neuer "Informationstechnische Grundbildung" (ITG), von einem/einer "Fachlehrer/-in für Textverarbeitung", deren Ausbildung an einer spezialisierten Fachschule stattfindet. In Bayern sind das das Staatsinstitut Ansbach für (beamtete) Fachlehrer an beruflichen Schulen, die Forschungs- und Ausbildungsstätte für Kurzschrift und Textverarbeitung in Bayreuth E. V. für (angestellte) Fachlehrer vor allem an Realschulen und Wirtschaftsschulen und das Fachlehrerinstitut in Wasserburg des Stenographen-Zentralverein Gabelsberger e. V. München für (angestellte) Fachlehrer an öffentlichen und privaten schulischen Einrichtungen.

Hier eine Warnung: Als (zukünftige/r) Fachlehrer/-in für die Textverarbeitung sollten Sie sich mit dem Computer auskennen - Sie sollten sich sogar gut auskennen! Sie müssen zwar keine Netzwerke einrichten können (dafür ist der System-Administrator Ihrer Schule zuständig). Sie müssen auch nicht in Java oder in einer anderen Sprache programmieren können (dafür sind die Informatik-Lehrer/-innen zuständig). Aber Sie müssen sich bestens mit der Bedienung des Betriebssystem an Ihrer Schule auskennen. Und vor allem müssen Sie die Programme, mit denen Sie es im Unterricht zu tun haben, absolut sicher beherrschen, einschließlich der Installation und des Updatens. Dabei genügt es nicht nur das Büropaket der Fa. Microsoft (MS-Word, MS-Excel, MS-Powerpoint) zu beherrschen, sondern auch das kostenlose (weil OpenSource) Büropaket von OpenOffice.org bzw. LibreOffice. (Letzteres setzt sich immer mehr durch.) Sie sollten aber auch in der Lage sein zumindest einfache Schraubarbeiten am Computer durchzuführen, z. B. eine neue Grafikkarte einbauen - Sie haben dann nämlich ein besseres Verständnis für das was innerhalb dieses Blechkastens abläuft.

Warum? Sie haben es mit ca. 11- bis 14-jährigen Schülern zu tun (Mädchen sind meist friedlicher). Gehen Sie nicht das Risiko ein, dass ein Schüler sich besser mit dem Computer auskennt als Sie. Wenn der bei Ihnen einen Schwachpunkt aufdeckt und Sie dafür keinen (für den Schüler!) plausiblen Grund haben, dann haben Sie in dieser Klasse ab sofort nichts mehr zu lachen. Sie müssen sogar damit rechnen, dass ein Schüler Sie "testen" will, dann sollten Sie den Spieß sofort umdrehen können und der Schüler wird handzahm (wenigstens für einige Zeit).

Tipplern-Programme

Es werden hier nur kostenlose deutschsprachige Programme (keine Shareware oder Demo-Programme) aufgeführt, die entweder aus dem Netz heruntergeladen oder im Browser online benutzt werden können:

  • TIPP10 ist ein Schreibtrainer für Windows, Mac OS und Linux. Das Programm entstand 2006 als Diplomarbeit und unterliegt der GNU General Public Licence, ist also OpenSource. Wird vermutlich inzwischen in Deutschland am häufigsten verwendet. Es gibt auch eine englische Version (wichtig für zukünftige Programmierer, Übersetzer, Fremdsprachenkorrespondenten usw.). Das Handbuch kann im Netz gelesen oder heruntergeladen werden.
  • KTouch wird seit 2000 für die Linux-Oberfläche KDE entwickelt und unterliegt ebenfalls der GPL. Inzwischen kann es auch unter Windows XP und 7 installiert werden, das erfordert aber etwas Handarbeit (für Leute, die sich mit dem Betriebssytem auskennen). Es gibt bereits viele Sprachversionen und weitere können mit Hilfe eines enthaltenen Editors erstellt werden. Auch hier gibt es ein Handbuch (wenn auch schon älter).
  • online Schreibtrainer entstand 2003 als Abschlußarbeit an der Donau Uni Krems (Österreich); eine englische Version ist vorhanden. Verbreitet an österreichischen Schulen. Die Nachfolgeversion ist ebenfalls kostenlos, erfordert aber eine Anmeldung.
  • Keyboarding-Online-Kurs entstand als einfaches aber effizientes Programm für die Wahlkurse an zwei bayerischen Gymnasien (6. Jahrgangsstufe). Achtung: Funktioniert nur mit Firefox (ab 3.0) und Opera (ab 9.5) - nicht mit dem Internet Explorer.