Tipps und Tricks/ Firefox/ Falsche Anzeige von Formeln korrigieren

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Auf manchen Webseiten findet man Formeln, die der Firefox-Browser falsch darstellt. Das wird z.B. auf der Seite Günstige Einstellungen für Computer, Browser und Bildschirm demonstriert.

Dafür gibt es eine Lösung, die in vielen Fällen hilft: Die englischsprachige Seite Make pages using the Symbol font display correctly in Mozilla/Firefox enthält einen Absatz, der mit "javascript: " beginnt. Dieser Absatz kann man in die Zwischenablage kopieren und damit ein Lesezeiten definieren, wobei man den Inhalt des Absatzes anstelle einer URL einträgt.

Wenn der Browser gerade die falsch dargestellte Seite anzeigt, und man auf das Lesezeichen klickt, dann sollte die Seite korrekt dargestellt werden.

Wie funktioniert das?

Die Hintergründe:

Fernschreiber

Um verstehen, was dabei vor sich geht, sollen hier zunächst die Hintergründe erklärt werden. Hinter der falschen Darstellung der Formeln steckt ein fundamentales Problem, das immer wieder auftritt, wenn man mehr Zeichen zu codieren hat, als Codes vorhanden sind.

In der Zeit, als Fernschreiber verwendet wurden, verwendete man eine Codierung mit 5 Bits. Damit hatte man 32 verschiedene Codes zur Verfügung, was aber nicht ausreichte, um die 26 Buchstaben des Alphabets, 10 Ziffern und noch einige Sonderzeichen zu übertragen. Deshalb gab es auf diesen Geräten Umschalttasten für Ziffern und Buchstaben. Je nachdem, ob der Fernschreiber im Ziffern oder im Buchstabenmodus war, wurden dieselben Codes als Ziffern oder als Buchstaben zu Papier gebracht. Dumm nur, wenn bei der Übertragung eine Buchstaben- oder Ziffernumschaltung verloren ging ... Ziffern– bzw. Buchstabensalat war die Folge.

ASCII

Beim ASCII-Code wird ein 7-Bit-Code verwendet. Damit hat man 128 verschiedene Codes und kann allen in der englischen Sprache verwendeten Buchstaben, Ziffern und Sonderzeichen eindeutige Codes zuordnen.

Das Problem der nicht eindeutigen Code kehrte in anderer Form wieder, denn viele Sprachen verwenden Buchstaben, die nicht im englischen Alphabet vorkommen, z.B. Umlaute, Akzentzeichen, Buchstaben der griechischen und der kyrillischen Schrift, aber auch mathematische Symbole usw. Weil in der Datenverabeitung üblicherweise 8 Bits zu einem Byte zusammengefasst werden, lag es nahe, den ASCII-Code um ein Bit zu erweitern, wodurch man 256 Codes zur Verfügung hatte, deren Bedeutung in der ISO 8859-Norm festgelegt wurde. Weil es aber mehr als 256 Zeichen gab, musste man wieder denselben Codes verschiedene Zeichen zuordnen. Man konnte also einen Text nur dann korrekt darstellen, wenn man zusätzlich angab, welcher Zeichensatz zu verwenden sei.

Zur Darstellung von mathematischen Symbolen und Bildzeichen, die in der Norm nicht vorgesehen waren, benutzte man Zeichensätze, der anstelle der Buchstaben die entsprechenden Grafiken enthielt. So enthält etwa der „Symbol“-Zeichensatz viele Symbole, die man für die Darstellung von mathematischen Formeln braucht.

Es gibt noch weitere Zeichensätze für Spezialzwecke, z.B. die Webdings- und Wingdings-Zeichensätze mit vielen Pictogrammen. (Die installierten Zeichensätze kann man sich auf Windows-Rechnern mit der Zeichentabelle ansehen. Diese findet man unter Windows XP normalerweise unter Alle Programme -> Zubehör -> Systemprogramme -> Zeichentabelle.)

Unicode

Wegen der mit der vom Kontext abhängigen Interpretation der Zeichen verbundenen Schwierigkeiten wurde der Unicode bzw. der Universal Character Set entwickelt mit dem Ziel, jedem auf der Welt verwendetem Schriftzeichen einen eindeutigen Code zuzuordnen.

Unterschiedliche Zeichensätze sollen nur noch dazu verwendet werden, um dasselbe Zeichen in verschiedener Weise (kursiv, fett, Serifen u.ä.) darzustellen; sie sollen aber als dasselbe Zeichen erkennbar bleiben.

Offensichtlich widerspricht das der früheren Vorgehensweise. Um die Umstellung auf Unicode zu vereinfachen, wurde dieser so gestaltet, dass die ersten Codes mit dem ASCII-Code bzw. dem ISO/IEC 8859-1-Code übereinstimmen. Daher fällt dieser Widerspruch hauptsächlich bei der Formeldarstellung auf. Es scheint noch viele Seiten zu geben, die das alte Verfahren anwenden und durch die Verwendung eines anderen Fonts mathematische Symbole darstellen. Beispiel: Das Zeichen mit der Nummer 242 (hexadezimal F2) ist das Zeichen „ò“, im Symbol-Font wird daraus das Integralzeichen. Im Unicode hat das Integralzeichen allerdings die Nummer 8747 (hexadezimal 222B).

Verschiedene Browser lösen dieses Dilemma auf unterschiedliche Weise: Microsofts Internet Explorer scheint die Seiten, die nach dem alten Verfahren funktionieren, zu erkennen und stellt bei vorgegebenem Symbol-Font das Zeichen als Integralzeichen dar, was auch meist die gewünschte Interpretation ist.

Firefox dagegen scheint das alte Verfahren nicht mehr zu unterstützen, und liefert in diesem Fall unabhängig vom Zeichsatz das „ò“, was leider in der Regel dazu führt, dass eine Formel nicht mehr lesbar ist.

Zur Veranschaulichung, wie der gerade verwendete Browser mit diesem Problem umgeht, sind in der folgenden Tabelle diese beiden Zeichen auf verschiedene Weisen dargestellt:

Schriftart Zeichen 242 direkt als benanntes Zeichen Zeichen 8747 direkt als benanntes Zeichen
Courier ò ò ò
Symbol ò ò ò

Weil diese Seite die Information enthält, dass sie im UTF-8-Zeichensatz kodiert ist, sollten in der linken Hälfte der Tabelle neun mal der kleine Buchstabe o mit Accent grave zu sehen sein, auf der rechten Hälfte dagegen neun Integralzeichen.

Weitere Informationen dazu findet man in der Zeichenreferenz und den Informationen zum Unicode bei SELFHTML.

Der Trick mit dem Lesezeichen

Der Trick mit dem Lesezeichen nutzt aus, dass man Links angeben kann, die Javascript-Programme ausführen können, und dass derartige Programme die dargestellte Webseite verändern können. Der als Lesezeichen eingetragene Link ist ein kleines Programm, das in der Webseite nach Bereichen sucht, in denen der "Symbol"-Zeichensatz verwendet wird. Die Zeichen in diesen Bereichen ersetzt es durch die diejenigen aus dem Unicode-Zeichensatz, deren Darstellung vermutlich intendiert war.

Dadurch werden mit dem Symbol-Font geschriebene Formeln in der Regel in der beabsichtigten Weise dargestellt.

Weitere Möglichkeiten

Die oben genannte Seite über die günstigen Einstellungen für Computer, Browser und Bildschirm erwähnt noch noch Möglichkeit, mit dem Add On "IE Tab" dafür zu sorgen, dass Firefox für die Darstellung einer Webseite die Software des Internet Explorers verwendet. Das wurde hier allerdings nicht weiter untersucht.