Zukunftsforum/ Lernsoftware
Aus SchulbuchWiki
Ideen
Es gibt schon zahllose Lernprogramme, so dass nicht klar ist, ob es sinnvoller ist, ein speziell auf das SchulbuchWiki zugeschnittenes Lernprogramm neu zu entwickeln oder ein bestehendes zu verwenden.
Einige erste Ideen zu den Anforderungen an Lernprogramme:
- a) Inhalte sollten auf den aktuellen Unterrichtsstoff zugeschnitten sein
- b) Sie sollten effektive Lernverfahren einsetzen
- c) Es sollte Spass machen, sie zu verwenden
- d) Das Programm sollte Auskunft über den aktuellen Wissenstand geben
Einige Details dazu:
ad a) Im Idealfall könnte der Stoff des Lernprogramms direkt aus einer elektronischen Forms des Lehrbuchs, z.B. aus dem SchulbuchWiki, übernommen und ggf. aktualisiert werden. Steuerungsmöglichkeiten wären nötig, mit denen man bestimmte Schwerpunkte, z.B. als Vorbereitung auf Schulaufgaben, gezielt üben kann.
ad b) Ein effektives Lernverfahren gibt z.B. bei falschen Antworten eine Rückmeldung, warum die Antwort falsch war.
ad b), c), d) Das sind Dinge, die sich gegenseitig stützen können: Es lernt sich leichter, wenn man Spass dran hat. Ein noch so effektives Lernprogramm nutzt nur etwas, wenn es verwendet wird - die Chancen dazu sind besser, wenn man sich freut, es verwenden zu können. Der Einsatz verschiederer Medien wäre wohl auch sinnvoll, um mehrere Sinne anzusprechen.
ad c) Computerspiele leben davon, dass sie den Kindern Spass machen und sie sind in dem Punkt oft recht erfolgreich. Das hat zur Folge, dass viele Kinder deutlich mehr Zeit mit Computerspielen verbringen als mit Hausaufgaben. Sie kennen Namen und Eigenschaften von Hunderten von Pokémons, kennen die Geographie verschiedener virtueller Welten in- und auswendig - leider nutzen ihnen diese Kompetenzen, die sie sich da aneignen, im (Schul-)alltag meist nichts. Im Gegenteil: Weil die Zeit dann bei den Hausaufgaben fehlt, sind die Leistungen in der Schule dann oft nicht so, wie sie sein könnten.
Es liegt daher nahe, Elemente aus Spielprogrammen zu verwenden, um für den Unterricht relevante Inhalte zu transportieren. Einige Ideen dazu:
- In Spielen kommt man oft ein Level weiter, wenn man bestimmte Ziele erreicht hat. Wenn man diese Ziele nur mit in der Schule erlernten Fähigkeiten erreichen kann, ergäbe sich daraus eine gewisser Anreiz, sich diese Fähigkeiten anzueignen.
- Highscores werden in Spielen gern eingesetzt, weil es viele Leute gibt, die bei einem Spiel eine möglichst hohe Punktzahl erreichen wollen und daran sehen könnten, ob sie das Spiel besser als andere beherrschen. Die Idee ist in einem einfachen Programm, dem 1x1 Trainer aufgegriffen. Mit dem kann man die Grundrechenarten mit den Zahlen bis zehn üben: Je schneller man die Aufgaben löst und je weniger Fehler man dabei macht, desto höher wandert man in der Highscore-Liste.
- In komplexeren Spielen gibt es "Quests": Man erhält von einer Spielfigur einen Auftrag, den man zu erfüllen versucht. Zu solchen Spielen gibt es Editoren, mit denen man die Spiele - oft in erheblichem Umfang - modifizieren kann. Es gibt Schüler, die es meisterhaft verstehen, mit solchen Editoren umzugehen. Denen wäre es wohl prinzipiell möglich, Quests einzubauen, die nur mit Kenntnis von Stoff aus dem Lehrplan zu lösen sind. Man könnte so vorgehen, dass man sich eine Geschichte zum einen Unterrichtsthema ausdenkt, inklusive darin vorkommender Figuren, die vielleicht auch passende Hinweise geben, wenn man nicht mehr weiter kommt. Daraus würde dann eine Quest, die interessierte Schüler in ein Spiel einbauen können. In geeigneten Stoffverteilungsplänen könnte man dann eintragen, dass es zu den jeweiligen Stoff eine passende Quest gibt und wo man die findet.
Alice als Werkzeug für Lernprogramme?
Als Werkzeug zur Realisierung derartiger Lernprogramme könnte sich Alice eignen. Das Programm scheint es nur in einer englischen Version zu geben, trotzdem dürften damit schon 10-Jährige zurechtkommen. Mithilfe vorgefertigter dreidimensionaler Objekte und einer integrierten Programmierumgebung lassen sich schnell kleine, interaktive Spielprogramme erstellen. Auf der oben genannten Webseite findet man auch einige Videos über die Konzepte von Alice und darüber, wie man damit Programme erstellt. Man findet sie auf der Seite hinter dem "Read more..."-Link in dem "All about Alice" überschriebenen Infomationsfeld.
Mit Alice kann man offenbar nur in sehr begrenztem Umfang selbst neue Objekte erstellen: Man kann zweidimensionale Grafiken als "Billboards" importieren, mit den He- und Shebuildern neue Figuren erstellen und 3-dimensionale Schriftzüge einbauen. Es scheint aber Wege zu geben, Objekte mit dem Programm "Blender" zu erstellen, die dann mithilfe von Makros in ein Format konvertiert werden können, das man in Alice importieren kann. Zu dem Programm "Blender" gibt es eine deutsche Dokumentation.
Ein Handicap für den Einsatz von Alice für Lernprogramme ist, dass es anscheinend nicht in der Lage ist, Spielzustände zu speichern. Diese Möglichkeit benötigt man, wenn man Spiele verwirklichen will, die auf die Lernfortschritte der Anwender eingehen. Da der Sourcecode von Alice offengelegt ist (die Links zum Sourcecode für PC und Mac findet man unten auf der Download-Page), könnte man dies und und möglicherweise auch andere Zusatzeigenschaften selbst einbauen. Vermutlich erfordert das aber einen erheblichen Arbeitsaufwand.
Alice verwendet offenbar eine 3D-API und eine Media-API. Ausserdem gibt es noch eine API für Sprachein- und -ausgabe (nicht von Alice verwendet). Vielleicht kann man auf diesen APIs direkt aufsetzen, um Beschränkungen von Alice zu umgehen. Unklar ist allerdings, wie aufwendig es ist, mit diesen APIs etwas Brauchbares zu programmieren. Links zu den vom Alice verwendeten Java-Erweiterungen findet man, wenn ein in Alice erstelltes Spiel als Webseite exportiert. Weil das Spiel auf der erzeugten Webseite nicht läuft, wenn die Erweiterungen nicht installiert sind, sind auf auf der erzeugten Seite auch Links angegeben, die auf die Stellen im Web führen, von denen man die Erweiterungen und Dokumentationen dazu herunterladen bzw. ansehen kann.
Möglicherweise wäre die jMonkeyEngine eine Alternative zu Alice. Vermutlich ist es komplizierter, damit umzugehen, aber man hätte - da die jMonkeyEngine ein API für 3D-Grafik ist - den vollen Zugriff auf die von Java gebotenen Möglichkeiten. Darauf kann man anscheinend eine Software aufbauen, mit der man relativ einfach Spiele programmieren kann, wie man beim Projekt Env3D sieht.

