Fuzzy Logic |
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| © 2003 Andreas Wißmeier, Änderungsstand: 10. Januar 2006 | <<-- |
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Man kann umgangssprachliche Beschreibungen der Experten des Fachgebietes unmittelbar nutzen
Ein Regelungssystem basierend auf Fuzzy Logic kann leicht so gestaltet werden, dass es in allen Zuständen robust reagiert, da es nicht unbedingt exakte, störungsfreie Eingaben benötigt. Auch kann es so programmiert werden, dass das System bei Ausfall eines Sensors in einen sichern Zustand gelangt.
Ebenso können leicht Anpassungen vorgenommen werden, sowie neue Sensoren hinzugefügt werden
Fuzzy Logic eignet sich besonders zur Darstellung von Unschärfen und Unsicherheiten menschlicher Ausdrucksweisen, wie sie sich häufig in deskriptiven Modellen finden lassen (deskriptive Modelle sind sprachliche Beschreibungen eines Modelles, im Gegensatz zu einem mathematischen Modell)
Varable Ausdrücke,auch linguistische Variable genannt, sind (Distanz, Geschwindigkeit, Körpergröße.. )
Werte, auch Terme genannt, für variable Ausdrücke sind: (klein, nahe,.. )
Fuzzy Logic ordnet linguistischen Variablen nicht nur zwei sich gegenseitig ausschließende Terme zu, vielmehr sind beliebig viele Terme mit Überschneidungen zugelassen: Ja/Nein schließen sich gegenseitig aus. nahe/entfernt schließen sich nicht unbedingt gegenseitig aus.
Fuzzy Logic beinhaltet Konzepte, wie linguistische Variable mit Ihren Termen durch UND- und ODER-operatoren miteinander zu verknüpfen sind
- Sie sind normalisiert (d.h. die Zugehörigkeitsgrade wurden durch das Suprenum geteilt, i.e es ist gleich 1)
- Sie sind konvex
- Sie sind stückweise stetig
- Die Grundmenge ist ein Intervall aus den reellen Zahlen
- Es gibt genau ein x e X mit yA(x) = 1, man nennt dieses x auch den Mittelwert von X
Besondere Zugehörigkeitsfunktionen:
- konvexe Zugehörigkeitsfunktion (Eine Fuzzy Menge mit Elementen x der Objektmenge X ist konvex, wenn für alle x1,x2 von X es ein k zwischen [0,1] gibt so dass gilt yA(x1*k + (1-k)x2) > min(yA(x1),yA(x2))
- stetige Zugehörigkeitsfunktion
(Die Art der Zugehörigkeitsfunktion ist z.B. entscheidend bei der Defuzzifizierung (siehe weiter unten)
Die Terme einer linguistischen Variablen in einem deskriptiven Modelle entsprechen Fuzzy Mengen
Bei der FuzzyModellbildung werden die Terme linguistischer Variablen als Fuzzy Mengen abgebildet
Um Terme linguistischer Variablen konjunktiv miteinander verknüpfen zu können, muss man definieren, wie man Fuzzy Mengen miteinander verknüpft. Das heißt: Definition von Durchschnitt und Vereinigung von Fuzzy Mengen.
Durchschnitt von Fuzzy Mengen:
- Bei den Zugehörigkeitsgraden wird das Minimum gewählt (bezogen auf dieses Element)
Vereinigung von Fuzzy Mengen
Komplement von Fuzzy Mengen
Fuzzyfizerung: Ein Fachexperte muss die Fuzzy Mengen definieren und die FuzzyRegeln aufstellen.
Fuzzy Logic bearbeitet als Werte zwischen 0 und 1 formulierte Unschärfen in einer systematischen Weise mit mathematischen Standardfunktionen.
Die mathematischen Modelle der Fuzzy Logic sind keineswegs fuzzy, sondern
Fuzzy Logic eröffnet die Möglichkeit umgangssprachlich vorliegende Lösungsstrategien in einem mathematisch exakten Kalkül darzustellen. In der Praxis haben sich zur Bescheibung "Wenn-Dann"-Regeln durchgesetzt. Die entstehenden Modelle werden oft erstaunlich kompakt und leicht verständlich.
Die Fuzzy Logic bietet Techniken zur Implementierung deskriptiver Modelle.
Einsteinsches Produkt / Summe, Hamacher Produkt / Summe: Kalküle zur Berechnung der Zugehörigkeitsgrade der Ergebnismenge bei einer FuzzyUND/FuzzyODER Verknüpfung
Sonderkapitel: t-Normen (triangulare Normen)
Assiziative, kommutative und monotone Funktionen auf [0,1] x [0,1] mit bestimmten Eigenschaften die z. B. für die Berechnung der Zugehörigkeitsgrade eines Fuzzy-Durchschnittes angewendet werden.
Der MIN-operator erfüllt die Bedingungen der t-norm
Sonderkapitel: t-Conormen oder auch s-Normen genannt sind:
Assiziative, kommutative und monotone Funktionen auf [0,1] x [0,1] mit bestimmten Eigenschaften die z. B. für die Berechnung der Zugehörigkeitsgrade einer Fuzzy-Vereinigung angewendet werden.
Establishment of a complete system of Fuzzy Logic: We define the following operations:
- EMPTY : = A is EMPTY iff for all x, mA(x) = 0.0
- EQUAL : = A EQUAL B iff for all x mA(x) = mB(x)
- INTERSECTION : = C = A INTERSECTION B where: mC(x) = MIN(mA(x),mB(x))
- NOT : = mA´ = 1 - mA
- UNION : = C = A INTERSECTION B where: mC(x) = MAX(mA(x),mB(x))
- CONTAINMENT : = A CONTAINED IN B iff mA <= mB for all x
Zuordnung zu vordefinierten Fuzzy Mengen
bei der Fuzzyfizierung werden Eingangsgrößen Zugehörigkeitsgrade aus den Fuzzy Mengen zugeordnet
Wichtige Begriffe in diesem Zusammenhang:
- Regelgewicht, Alpha: Es gibt an, wie stark die Prämisse der FuzzyRegel zu werten ist.
- Das Ergebnis einer angewandten Regel ist zunächst ein Zugehörigkeitsgrad (Man spricht auch von einem Regelgewicht)
Es müssen zwei Dinge betrachtet werden.
- wie werden die Konklusionen mehrerer Regeln zusammengefasst
- wie überträgt sich das Regelgewicht auf die Konklusionen
Für diese Fragestellungen gibt es in der Literatur mehrere Ansätze, wichtige davon sind
MAXMIN - Inferenz Aus den Regelgewichten wird das Maximum gebildet und für die Minimumbildung mit der Zugehörigkeitsfunktion der Ausgangsvariable verwendet
MAXPROD - Inferenz Aus den Regelgewichten wird das Maximum gebildet und für die Produktbildung mit der Zugehörigkeitsfunktion der Ausgangsvariable verwendet
Technische Vorgehensweise:
- Regeln mit Aufzählungen von mehreren Ausgangsvariablen werden in n Regeln aufgeteilt
- Gruppierung der Regeln die die gleiche Ausgangsvariable haben
- Innerhalb dieser Gruppen sortieren nach Regeln, die die gleichen Terme haben
Man bildet in beiden Fällen, das Maximum der Regelgewichte, deren Konklusion den gleichen Term besitzt.
Weitere Vorgehensweise MAXMIN:
Man bestimmt dann das Minimum aus den Zugehörigkeitsgraden der Fuzzy Menge in der Regelkonklusion und dem zuvor ermittelten Maximum der Zugehörigkeitsgrade aus den Prämissen.
Das Ergebnis je Regelgruppe ist eine neue Fuzzy Menge. Sie beinhaltet die Elemente der Fuzzy Menge, die in den Konklusionen verwendet wurde, mit den nach obiger Vorschrift neu ermittelten Zugehörigkeitsgraden.
Dann muss das Gesamtergebnis aus allen Regeln gebildet werden: Gesamtergebnis ist Aggregation der Gruppenergebnisse
Weitere Vorgehensweise MAXPROD:
Hier wird die Fuzzy Menge der Konklusion mit dem Regelgewicht (Gruppengewicht) multipliziert.
Das Ergebnis (je Regelgruppe) ist eine neue Fuzzy Menge
Fläche unter dem Zugehörigkeitsgraphen der Fuzzy Menge
Das Ergebnis einer FuzzyInferenz ist eine Fuzzy Menge oder anschaulich eine Fläche unter dem Zugehörigkeitsgraphen der Fuzzy Menge
Aus einer Fuzzy Menge muss ein exakter Wert konstruiert werden. Das Ergebnis der Defuzzyfizierung ist eine Reelle Zahl oder eine "crisp number"
Zwei bekannte Spielarten der Defuzzyfizierung sind:
Maximum-Methode (versagt völlig, wenn z.B.die Zugehörigkeitsfunktion monoton steigend gegen einen Grenzwert ist)
Center of Gravity Methode (Schwerpunkt der Fläche unter der Zugehörigkeitsfunktion wird als die repräsentative defuzzifizierte Zahl verwendet)
The fuzzy-terminology states: Janes degree of membership within the set of old people is 0.8
The probabilistic approach: There is an 80% chance that Jane is old.
This view supposes that Jane is or is not old, still caught in the law of the Excluded Middle
Es sind folgende Punkte zu beachten:
Schritt 1) Formulierung der Aufgabenstellung; Beschreibugn der Einganggrößen, Ausgangsgrößen (Stellgrößen), ... Ziel, Aufgabe des Systems
Schritt 2) Beschreibung des "Deskriptiven Modells": Wie ist bei bestimmten Eingangsgrößen die Stellgröße zu verändern, dazu sind Regeln zu formulieren
Hilfsmittel bei Formulierung des deskriptiven Modells:
Verwendung einer Tabelle mit den den Eingangsgrößen (im einfachen Fall 2) als Zeilen bzw. Spalten.
Die Eingangsgrößen sind die linguistischen Variablen, die Terme sind Spaltenbeschreibung, Zeilenbeschreibung
In jedem Kästchen steht die Aktion (Einwirkung auf die Stellgröße) die gelten soll. (In der Regel geht man von einer UND-Verknüpfung der Zeilen und Spalten aus)
Temperatur steigt bleibt gleich sinkt zu warm stark kühlen kühlen nichts tun ok kühlen nichts tun heizen zu kalt heizen heizen stark heizen Schritt 3) Festlegung der Zugehörigkeitsfunktionen. Zunächst untersucht man, welche Wertebereiche die Werte der Eingangs- und Ausgangsgrößen annehmen können (Universe of Discourse/Numbers)
Einen ersten Ansatz für die Erstellung der Zugehörigkeitsfunktionen hat man, indem man Triangularfunktionen über den Messbereich legt. Triangularfunktionen sind Polygonzüge die dreickförmig verlaufen.(Siehe auch stetige oder konvexe Funktionen)
Schritt 4) Festlegung der Inferenz-Methode
Schritt 5) Festlegung der Defuzzyfizierungs-Methode
Wichtige Größen:
Eingangsgrößen:
Ausgangsgrößen (Stellgrößen):
| Buchtitel oder Link (Datum des letzten Besuchs) |
Beschreibung |
| [1] http://www.austinlinks.com/Fuzzy/tutorial.html
(29. Oktober 2003) |
Geht auch auf den Unterschied zur
Wahrscheinlichkeitsrechnung ein |
| [2]http://www.vectorsite.net/ttfuzzy.html
(30. Oktober 2003) |
Anschauliche Darstellung der Fuzzy Inferenz Dieser Link existiert möglicherweise nicht mehr (Albrecht Müller) |
| [3]http://www-2.cs.cmu.edu/Groups/AI/html/faqs/ai/fuzzy/part1/faq-doc-0.html
(31. Oktober 2003) |
Diese FAQs sind ca. 10 Jahre alt. (Albrecht
Müller) |
| [4]http://www.seattlerobotics.org/encoder/mar98/fuz/flindex.html
(30. Oktober 2003) |
Erklärt die praktische Anwendbarkeit
sehr gut |
| [5]http://developer.intel.com/design/mcs96/designex/2351.htm
(30. Oktober 2003) |
Erläutert ein Beispiel |
| [6] http://www.iau.dtu.dk/~jj/pubs/logic.pdf
(30. Oktober 2003) |
Tutorial On Fuzzy Logic: Jan Jantzen Gute Einführung insbesondere der theoretischen Grundlagen |
| [7]http://www.aaai.org/AITopics/html/fuzzy.html
(30. Oktober 2003) |
Gute Sammlung von Dokumenten, führt zu
weiteren Links |
| [8]http://www.flll.uni-linz.ac.at/index.html
(31. Oktober 2003) |
Die Fuzzy Logik Seiten der Universität
Linz.
(Albrecht Müller) |
| [9]Einführung in die
Fuzzy Logic der FernUniversität Hagen
Computer Based Training |
Das Gros der Texte entstammt dem sehr zu empfehlenden Kurs der Fernuniversität Hagen von Prof. Gunter Schlageter |