Prototypen
Rückengymnastik: Ich benutze seit einiger Zeit ein
selbstgeschriebenes Programm, das
mir hilft, meine Rückengymnastik durchzuführen. Die Inhalte
wurden angeregt durch das Buch von
Hans-Dieter
Kempf.
Schlafenszeiten: Bei den Kindern kommt es manchmal ganz gut an, wenn
der Psion anzeigt,
wann sie morgen wohl ausgeschlafen haben werden, wenn sie jetzt ins
Bett
gehen - oder wann sie ins Bett gehen müssen, damit sie zu
einer
gegebenen Zeit ausgeschlafen haben. Deswegen entstand eine
Online-Version dieses Programms, die man
über diesen Link erreicht.
Grundlage dafür ist das Buch
von
Annette Kast-Zahn und Hartmut Morgenroth.
BMI: Die Berechnung des Body-Mass-Index war für die Kids auch
interessant:
Sind von den Fussballern aus den Sammelheften einige zu dick?
Eine Zahnputzuhr, die den Rhytmus für das Zähneputzen
vorgibt, wurde nur kurzzeitig verwendet - elektrische
Zahnbürsten, die
eine Musik spielen, eignen sich dazu besser. Das war auch ganz gut so,
denn
PDAs und Wasser vertragen sich nicht so gut.
Man kann Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr ermitteln
lassen, die für einen persönlich gelten. Diese Berechnung
lehnt sich an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für
Ernährung an. Dies würde erst interessant im Zusammenhang mit
den noch nicht realisierten Teilen, die die Ernährungsgewohnheiten
analysieren und daraus Vorschläge für den Speiseplan und
Einkaufszettel erzeugen.
Diese Programme sind in OPL geschrieben und laufen auf einem Psion
Serie
5 bzw. Serie 5 mx. Möglicherweise lassen sie sich leicht für
den
Nokia Communicator anpassen, da es dafür auch einen
OPL-Interpreter
geben soll. Kommerzielle Version müssten auf Plattformen
realisiert
werden, die weniger von der Hardware abhängig sind, wie Java oder
.net.
Wenn Sie Interesse an diesen Programmen haben, melden Sie sich bitte -
am besten per E-Mail -
bei mir. Ich würde dann versuchen, Ihnen diese Programme in
geeigneter Form zugänglich zu machen.
Gelernte Lektionen
über die Benutzerschnittstelle
Aus den mit dem praktischen Einsatz der Prototypen
gemachten
Erfahrungen leite ich einige Anforderungen an die Benutzerschnittstelle
ab.
Als eine der wichtigsten Erfahrungen betrachte ich, dass man für
die
Gebrauchstauglichkeit die Software- als auch die Hardwareanteile der
Benutzersschnittstelle
zusammen betrachten sollte.
Als wichtige Anforderungen sind mir aufgefallen:
- Zuverlässigkeit. Ein Gerät, das im Alltag eingesetzt wird,
wird
nicht wie ein rohes Ei behandelt werden. Runterfallen, Sand,
Drauftreten
- alle diese Dinge können vorkommen. .
- Dauerhaftigkeit, Interoperabilität
Daten sind möglicherweise noch da, aber es gibt keine
Programme
mehr, mit denen man sie lesen kann
- Aktuelle Kalenderinformationen: Feiertage möglicherweise
gestrichen,
Schulferien ....
Informationskanäle
Die folgende Tabelle ist in noch in einer
"Brainstorming-Phase".
Kanal
|
Welche Information kann das Handy
damit erhalten, welchen Nutzen erzeugen?
|
Ein/Ausschalter
|
Wann ist der Besitzer aktiv/wann entspannt er
sich?
|
Geführte Telefonate
|
Ansteigen der Zahl der Telefonate kann auf
Stress-Situationen hindeuten.
|
Tastatur
|
Informationen aus direkter Kommunikation mit dem
Besitzer, z.B. Feedback zu Vorschlägen des Handys. Damit
kann das Handy über die Gewohnheiten seines Besitzers dazulernen.
Eingabe persönlicher Daten, ....
Anwendungsprogramme starten. Ähnlich der Kommunikation mit
Notebook oder PC, jedoch mit stark eingeschränkter Bandbreite.
|
Ausgeführte Programme
|
Ergebnisse der Programme selbst (z.B.
Reaktionstest-Programm), aber auch Rückschlüsse aus der Art
der verwendeten Programme (Büroprogramme, Musik beim Joggen,
u.ä).
|
Uhr
|
Wenn als Wecker eingesetzt kann die
Verzögerung bei Ausschalten des Alarms Rückschlüsse auf
Schlafverhalten zulassen
|
Bluetooth
|
Kommunikation mit anderen Geräten in der
Umgebung. Neben dem üblichen Computern und deren Peripherie
könnten das auch sein Sensoren (z.B. zu Waage, Kassenzettel der
Kantine für Essensgewohnheiten u.ä. - ist noch etwas
Zukunftsmusik)
|
Mikrophon
|
Spracheingabe - Ergänzung / Ersatz der
Tastatur
Stimme des Besitzers,
Lärmbelastung -> Kann dem Benutzer das Einstellen der
Profile abnehmen, z.B. wenn es sehr leise ist, mit Klingel leise
stellen,
wenn es laut ist, laute Klingeltöne verwenden.
|
Kamera
|
Visuelle Information über Besitzer oder
dessen Umgebung. Um diese Information zu nutzen, wird geeignete
Bildverarbeitungssoftware benötigt. Damit kann man die Kamera als
Barcodeleser geeignet für EAN und PZN einsetzen. Diese
Möglichkeit wird z.B. in dem P-nut-S-Projekt
ausgenutzt. Diese Funktionalität könnte in nicht
allzuferner Zukunft durch RFID-Reader
ersetzt werden, die in Handys eingebaut werden.
Bildverarbeitungssoftware gibt es aber auch für viele andere
Aufgaben, die man mit einem Kamerahandy sinnvoll erledigen könnte.
|
Ortsinformation durch GPS oder Informationen
über Funkzellen, Signalstärke
|
Ortsinformationen, man könnte z.B.
Autofahrten, Bewegung zu Fuss, Arbeitszeiten u.ä. erkennen,
möglicherweise auch ob sich der Benutzer innerhalb oder
außerhalb eines Gebäudes aufählt.
|
Infrarot
|
ähnlich wie Bluetooth
|
Display/ Touchscreen
|
Kommunikation mit Besitzer, wenn der
das will. Wie Display von PC oder Notebook, jedoch mit stark
eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten. Touchscreen kann
in gewissen Umfang
Tastatur oder Maus ersetzen.
|
Lautsprecher
|
Aktives Initiieren der Kommunikation
mit Besitzer oder Hinweise: Zeit, aufzustehen, Schlafen zu gehen,
Mittagspause, ... Braucht Uhr, Feiertagskalender, und persönliche
Urlaubsplanung.
|
Datenübertragung
|
Zugang zu Wissen, das für die aktuelle
Situation relevant ist.
Z.B. Feiertagskalender, damit Wecken nur an Arbeitstagen erfolgt,
Wetterinformationen,....
|
Drucker
|
Einkaufszettel oder Kochrezepte sind in
Papierform
bequemer zu nutzen als etwa über eine Anzeige im Display eines
Smartphones.
Über drahtlos angebundene Drucker ist das Herstellen von
Papierkopien
sehr einfach möglich.
|
RFID-Reader
|
Auch wenn möglicherweise
derartige Produkte noch nicht auf dem Markt sind: Mit dem heutigen
Stand der Technik sollte es möglich sein, RFID-Lesegeräte in
Handys zu integrieren. Ein vom Handy aus einem Funketikett gelesene
RFID kann es mit verschiedenen Informationen über seine Umgebung
versorgen.
Das dürfte dann interessant werden, wenn sich die
RFID-Technologie in größern Umfang auf dem Markt
durchgesetzt hat. Im einfachsten Fall könnte man damit EAN und PZN
von Produkten auslesen, um sich über diese zusätzliche
Informationen zu verschaffen, oder einen Bestand an Vorräten
zu überprüfen. Da man mit manchen Handys mit geeigneter
Software auch über die Kamera EANs und PZNs auslesen kann, lassen
sich derartige Funktionen auch mit heute verbreiteter Technologie
realisieren.
|
Architektur von
Wellness-Software
Einzelne Programme, die Handys zu
Wellnessgeräten umfunktionieren sollen, können ganz einfach
sein. Ein Programm
etwa, das den Rhytmus für gymnastische Übungen vorgibt, kann
sich darauf beschränken, gesteuert von einem Zeitgeber einige
Sound-Dateien abzuspielen. Es benötigt nur eine sehr einfache
Benutzerschnittstelle, um etwa das Programm zu starten, die
Übungen zu wiederholen oder
zu unterbrechen und vielleicht noch, die Lautstärke zu steuern.
Im allgemeinen dürfte diese Art von Software so
komplex
werden, dass sich einige Überlegungen zur Architektur lohnen.
Für
die Architektur von Wellness-Software halte ich folgende Punkte
für
wichtig:
- Es ist denkbar, dass Teile dieser Software als unabhängige,
kleine Anwendungen realisiert werden, von denen jede für sich
ziemlich einfach ist. Wenn jede dieser Anwendungen
unabhängig voneinander
entwickelt wird, hat das für den Anwender die Konsequenz, dass
er sich mit einer Reihe verschiedener Benutzerschnittstellen
herumschlagen
muss. Diese funktionieren möglicherweise nach unterschiedlichen
Prinzipien,
die der Anwender für jedes Programm speziell erlernen muss. Die
Programme
werden eine Reihe von Informationen über den Anwender
benötigen,
die dann für jedes Programm erneut erfasst werden müssen.
Diese
beiden Phänomene dürften die Anzahl der Programme, die ein
Anwender
aktiv verwendet, auf eine ziemlich kleine Zahl begrenzen. Dieses
Problem kann man vermutlich dadurch entschärfen, dass man eine
einheitliche Entwicklungsplattform verwendet, z.B. die Java 2 Platform,
Micro Edition.
- Manche Anwendungen müssen, um sinnvoll zu sein, Daten aus
unterschiedlichen Quellen verknüpfen. Das kann bereits bei
scheinbar
harmlosen Programme der Fall sein. Wenn ein Wecker werktags wecken
soll,
dann sollte er über die Feiertage informiert sein, die am
Aufenthaltsorts
des Anwenders gelten. Da sich diese Feiertage durch politische
Entscheidungen
ändern können, kann man sie nicht fest in die Software
einbauen,
sondern man benötigt einen Dienst, von dem das Handy die aktuellen
Feiertagsregelungen beziehen kann. Wenn der Anwender den Wecker
braucht,
um rechtzeitig zur Arbeit zu kommen, dann müsste das Handy auch
über
Urlaub und Krankeit seines Benutzers informiert sein.
- Die Kommunikation mit einem Handy unterscheidet sich erheblich
von der mit einem herkömmlichen PC oder Notebook.
Das Fehlen einer komfortablen Tastuatur bewirkt, dass es für
den Anwender schwierig ist, das Handy mit Informationen zu versorgen.
Wegen der beschränkten Größe des Displays kann das
Handy
nur wenig Information an den Anwender weitergeben. Das bedeutet, das
sich
die Kommunikation zwischen Handy und Anwender auf kleine Datenmengen
beschränken
muss, die nur die wichtigsten Informationen enthalten. Die
Informationsreduktion kann man dadurch erreichen, dass man
Hintergrundinformationen verschiedener Art verwendet. Viele Handys
verfügen über zusätzliche Informationskanäle,
die
man einsetzen kann, um die Hintergrundinformationen zu beschaffen
und/oder die Bandbreite der Kommunikation zum Benutzer zu erhöhen.
- Vertrauenswürdige Datenhaltung
Ein Handy kann eine ganze Menge von Informationen sammeln, die
dazu beitragen, seinen Nutzwert zu erhöhen. Manche dieser
Informationen, z.B. einige medizinische Informationen, entfalten ihren
Nutzen erst dann, wenn sie über einen Zeitraum zur Verfügung
stehen, der länger ist als die Dauer einer aktuellen
Handy-Generation. Sie sollten also einen Gerätewechsel
überdauern können. Bei vielen dieser Informationen wird der
Anwender Wert auf eine Kontrolle darüber legen, wohin die
Informationen weitergeben werden. Aus der Sicht des Anwenders ist wegen
der Kommunikationsmöglichkeiten der Handy dieser Aspekt nur schwer
zu kontrollieren.
Einige erste Ideen zu den Folgen für die
Benutzerschnittstelle (Man Machine Interface, MMI) und die Architektur
derartiger Software:
- Daten-Spiegelbild des Benutzer sollte explizit enthalten sein.
- Die darin gespeicherten Daten können von vielerlei
Anwendungen genutzt und aktualisiert werden. Das würde es
ersparen, dieselben Daten mehrfach in verschiedene Anwendungen
einzugeben. Es wirft aber das Problem auf, dass irgendwie
sichergestellt werden muss, dass die Vertraulichkeit der
persönlichen Daten gewahrt bleibt.
- Ablage der Daten in standardisierten Formaten mit (hoffentlich)
langer Lebensdauer, z.B. XML. Wegen der nicht vorhersehbaren
Entwicklung sollte das Datenformat nachträglich erweiterbar sein
und z.B. in einem XML DTD festgelegt werden.
- Sicherstellen der Kontrolle des Nutzers, welche Daten
weitergegeben werden.
- Nutzung verschiedener KommunikationskanäleNäheres dazu
ist im Abschnit über "Informationskanäle"
zu finden.
- Daten-Spiegelbild der aktuellen Umgebung des Benutzers wird
benötigt, Beispiele
- Ort (Zuhause, Büro, unterwegs, ...)
- Wetter
- ...
- Diese Art von Software könnte als "Spielwiese" für eine
Reihe von Aktivitäten dienen, an denen Probleme kommender
Softwaregenerationen an einfach erscheinenden Anwendungsbeispielen
ausprobiert werden können. Mit Fragestellungen, die hier relevant
sind, beschäftigt sich meiner Meinung nach die Open Mobile
Architecture (OMA) Initiative. Auch in dem
Positionspapier der VDE/GI über Organic Computing glaube ich
einige
Punkte entdeckt zu haben, die für diese Art von Software relevant
sind.
Links zu Büchern und
Webseiten.