letzter Update 13.7.2001
Thermographie bzw. Wärmebilder
Mit Wärmebildkameras kann die Wärmeverteilung zweidimensional
in Form von farbigen (in Sonderfällen auch schwarz-weißen) Bildern
dargestellt werden. Die konkreten Oberflächentemperaturen können
dabei aus entfernter Position an jedem beliebigen Bildpunkt ermittelt werden.
Je genauer der Emissionsfaktor der Oberfläche bekannt ist, desto genauer
lassen sich diese Temperaturen auch absolut feststellen. Temperaturdifferenzen
werden im Bereich zwischen -40°C und + 1200°C auf bis zu 1/10 Grad
K genau erfaßt (Auflösung 0,03 K). Mittels einer speziellen Makro-Optik
kann eine Fingerkuppe noch formatfüllend in einer Auflösung von
300 Pixeln in jeder der 200 Zeilen dargestellt werden. Es steht dann noch
ein 5-fach-Zoom zur Verfügung. Das kleinste Bildfeld beträgt dann
etwa 8mm x 6mm.
Typischerweise wird die Thermographie zur qualitativen Gesamterfassung
von Objekten herangezogen. Zur quantativen Erfassung ist mit deutlich erhöhtem
Auswerteaufwand zu rechnen.
Die Thermographie ist ein passives Verfahren. D.h., es wird die Wärmestrahlung
des zu messenden Objekts untersucht, die es ohnehin ständig abgibt.
Es kommt also zu keiner Zeit zu irgendeiner unnatürlichen Strahlenbelastung,
da die zu untersuchenden Objekte (ähnlich wie glühendes Metall)
selbst "leuchten". Nur eben weit unterhalb der sichtbaren Lichtfrequenzen,
was teure Spezialkameras erfordert.
Es wird mit einer mobilen IR-Kamera im Wellenlängenbereich 8...12
µm (Optik mit Germaniumlinsen) gearbeitet. Der Sensor wird mit flüssigem
Stickstoff (-196°C) gekühlt.
Typische Einsatzgebiete der Thermographie:
- Gebäude, Altbausanierung, Wärmeisolierungen, Fußbodenheizungen,
Kältebrücken, Lecksuche in Heizungsanlagen, tatsächliche
Wärmeverteilung in Gebäuden... (weitere
Details ...)
- Verfahrens- und Versorgungstechnik: Wärmeverteilung in Behältern,
Strömungsverhalten, Schichtung, Erkennen defekter Rohrisolierungen...
- Kunststofftechnik: Tiefziehen, Abkühlung von Spritzgußteilen,
Wärmeverteilung in der geöffneten Spritzgußform, Kontrolle
von Laminiervorgängen...
- Maschinenbau: vorbeugende Wartung, heißlaufende Lager, Wärmeführung,
Kühlung...
- Medizin: passive Messung (keine Strahlenbelastung) der Wärmeverteilung
der Körpertemperatur, Feststellen peripherer Durchblutungsstörungen,
Phlebologie, Neurologie, Dermatologie, Zahnheilkunde, ...
weitere Details
- Tierheilkunde: Schwangerschaftstest bei Säugetieren, Erfassung
entzündlicher und anderer wärmerelevanter Vorgänge dicht unter
der Haut. Bei Rennpferden z.B. Gelenke, Hufe,...
- Elektronik: Leiterplattentest, Wärmestau in Gehäusen, in
Platinen, Schaltschränken, Bauteilen... Sofern es sich um handliche
Gerätschaften und kleine Stückzahlen handelt, kann ich die Messungen
in meinem Labor vornehmen. Damit entfallen dann teure Anfahrtswege. Es steht
ein Labor-Doppelnetzteil mit je 0...40V und 0,01...3A sowie eines mit 0...40V
und 0,01...5A zur Verfügung, die sowohl in Serie als auch Parallel geschaltet
werden können. Per Videokonferenz lassen sich z.T. erhebliche Reisekosten
einsparen.
- Elektroanlagen, Schaltschränke: Erkennen schlechter oder überlasteter
Kontakte zur vorbeugenden Wartung, lokale Überhitzungen...
- Energietechnik: Orte der Wärmeverluste eingrenzen, Überprüfung
von Wärmeverteilungsnetzen, Schaltanlagen, Isolatoren, Transformatoren
usw.
- Entwicklung/Konstruktion: Test von Prototypen, Optimierung von Prozess-
und Fertigungsparametern, Visualisierung von tatsächlich erreichten
Kühl- und Heizmaßnahmen...
- temperaturabhängige Lebensdauerabschätzung z.B. von Kondensatoren,
Versprödung von Kunststoffen, Verdunsten von Schmierstoffen...
- Umweltanalytik: z.B. Wärmeeinleitung in Gewässer, Mikroklimaerfassung,
Altlasten- u. Deponieuntersuchung, ...
- Zerstörungsfreie Lageerkennung verdeckter Bauelemente oftmals
selbst hinter Metallen ohne aufwendigen Strahlenschutz
- Katastrophenschutz: Erkennung verdeckter Brandherde, Personen in dichtem
Rauch, Ortung von (Schwel-) Bränden in Luftschächten, Brandwache...
- Geologie, Archäologie: Darstellung von Bodenformationen, Temperaturverteilung
z.B. in Fließgewässern am Kühlwassereinlauf von Kraftwerken
- Renovierung von Kunstwerken, Skulpturen usw. Man kann z.B. in Steinplastiken
das Eindringen von Wasser in kleinste Risse nachweisen. Dieses Verfahren
wurde z.B. bei der Fassadensanierung des Petersdoms in Rom angewandt.
In Sonderfällen kann ich zusammen mit Ihnen auch eigens Meßkonzepte
entwickeln, wenn es keine Standardlösung geben sollte. Ich freue mich
über jede Herausforderung.
Mit Thermographie genügt oft schon ein Blick um die schadhaften
oder gefährdeteten Bauteile zu lokalisieren noch bevor ein teurer Schaden
eintritt.
Das Wetter ist insbesondere für die
Gebäudethermographie wichtig
Falls die Gebäudeisolierung vermessen werden soll: Kein Regen, Schneefall,
Nebel, Wind, Temperatur unter +5°C (+7°C, wenn die Innentemperatur
entsprechend erhöht wird), keine direkte Sonneneinstrahlung
Thermographie am Bau
Thermographie in der Technik
Thermographie in der Medizin
Beispiele für Thermographie-Bilder (157 kB jpg-Format)
E-Mail an das Ingenieurbüro Müller, Ingolstadt
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Müller
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